Dürreradar

Rasen bewässern: Wie oft und wie viel wirklich nötig ist

Stand: 18. Juni 2026

Die kurze Antwort: 1–2 Mal pro Woche kräftig statt täglich wenig. Ein etablierter Rasen braucht in Trockenphasen 15–20 Liter pro Quadratmeter und Woche – lieber in ein bis zwei Gaben als in sieben kleinen.

Tägliches Sprengen mit kleinen Mengen ist der häufigste Fehler: Das Wasser bleibt in den obersten Zentimetern, die Wurzeln folgen ihm nach oben, und der Rasen wird noch trockenheitsempfindlicher. Seltene, durchdringende Gaben ziehen die Wurzeln in die Tiefe.

Uhrzeit und Kontrolle

Beste Zeit ist der frühe Morgen (4–8 Uhr): kaum Verdunstung, und die Gräser trocknen tagsüber ab – das beugt Pilzkrankheiten vor, die bei abendlicher Bewässerung durch nachtfeuchte Blätter gefördert werden. Mittags können bei Sonne und Wind 30–50 % der Wassermenge verdunsten, bevor sie wirkt.

Ob die Menge stimmt, prüfst du mit dem Becher-Test: Ein paar flache Gefäße auf dem Rasen verteilen, sprengen, messen. 15–20 mm Wasserstand entsprechen 15–20 l/m². Alternativ Spatenprobe: Der Boden sollte nach der Gabe 10–15 cm tief durchfeuchtet sein.

Wann du nicht gießen solltest

Bei einem Gieß- oder Wasserentnahmeverbot ist Rasenbewässerung fast immer zuerst untersagt – aktuelle Verbote für deinen Landkreis findest du bei Dürreradar. Und selbst ohne Verbot gilt: Ein Rasen, der im Hochsommer strohig wird, ist meist nicht tot, sondern in Trockenruhe – er treibt nach dem nächsten Landregen wieder aus. Wer Wasser sparen will oder muss, lässt ihn ruhen und gießt nur Neuansaaten und junge Gehölze.