Dürreradar

Garten bei Trockenheit: Gießen mit Plan statt mit Schlauch

Stand: 25. Juni 2026

In Trockenphasen ist Gießwasser knapp – ob durch Verbote, leere Zisternen oder schlicht die Wasserrechnung. Die wichtigste Entscheidung ist deshalb nicht wie viel, sondern was zuerst: Nicht alle Pflanzen brauchen gleich dringend Wasser.

Prioritäten bei knappem Wasser

Zuerst: alles frisch Gepflanzte (Bäume und Sträucher der letzten zwei Jahre haben noch keinen tiefen Wurzelraum), Gemüse in Ertragsbildung (Tomaten, Gurken, Kohl) und Kübelpflanzen, die keinerlei Bodenreserve haben. Danach Stauden und Beerensträucher. Zuletzt – oder gar nicht – etablierte Gehölze und Rasen: Beide überstehen mehrwöchige Trockenheit aus eigener Kraft.

Gieße selten und durchdringend (10–20 Liter je Gehölz, alle paar Tage) statt täglich oberflächlich, morgens statt abends, und an die Wurzel statt übers Blatt. Jeder dieser drei Punkte spart 20–30 % Wasser.

Der Boden ist der beste Wasserspeicher

Eine 5–7 cm dicke Mulchschicht (Rasenschnitt, Häcksel, Stroh) senkt die Verdunstung um bis zu 70 % und kann Gießintervalle verdoppeln. Regelmäßiges flaches Hacken kappt die Kapillaren, über die Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche steigt und verdunstet – der alte Gärtnerspruch „Einmal hacken spart dreimal gießen“ hat einen realen Kern.

Langfristig zählt Humus: Ein Prozentpunkt mehr Humusgehalt speichert je nach Boden 15–40 Kubikmeter Wasser pro Hektar zusätzlich. Kompostgaben im Herbst sind damit auch Trockenheitsvorsorge.