Dürreradar

Methodik & Datenquellen

So entsteht der Dürreradar-Index

Das Prinzip: Perzentile statt Absolutwerte

Ob ein Boden „zu trocken“ ist, hängt von Ort und Jahreszeit ab: 60 % nFK sind im August normal, im März ein Alarmsignal. Der Dürreradar-Index beantwortet deshalb nicht „Wie feucht ist der Boden?“, sondern: „Wie selten ist diese Bodenfeuchte für diesen Ort und diese Kalenderperiode?“

Dazu ordnen wir den aktuellen Wert in die Verteilung aller Werte derselben Kalenderperiode der Referenzjahre 1991–2020 ein (empirisches Perzentil). Ein Index von 0,10 bedeutet: In nur 10 % der Vergleichsjahre war der Boden hier zu dieser Zeit trockener. Dieses Verfahren folgt dem publizierten Soil-Moisture-Index-Ansatz von Zink et al. (2016): The German drought monitor, Environmental Research Letters 11 – die wissenschaftliche Methode ist frei; unsere Umsetzung, Datenbasis und Berechnung sind vollständig eigenständig.

Die Klassengrenzen

Keine Dürre
Bodenfeuchte im normalen Bereich der Kalenderperiode.
Ungewöhnliche Trockenheit
Trockener als in ca. 70 % der Vergleichsjahre (SMI < 0,30).
Moderate Dürre
Trockener als in 80 % der Vergleichsjahre (SMI < 0,20).
Schwere Dürre
Trockener als in 90 % der Vergleichsjahre (SMI < 0,10).
Extreme Dürre
Trockener als in 95 % der Vergleichsjahre (SMI < 0,05).
Außergewöhnliche Dürre
Trockener als in 98 % der Vergleichsjahre (SMI < 0,02).

Datenquellen

  • Bodenfeuchte: Deutscher Wetterdienst, agrarmeteorologisches Modell (AMBETI) – Tageswerte in % nFK für Gras auf lehmigem Sand, Oberboden 0–30 cm und Gesamtboden 0–60 cm; Zuordnung je Landkreis über die nächstgelegene Station bzw. das 1-km-Raster.
  • Referenzverteilung: DWD-Monatsraster der Bodenfeuchte 1991–2020, je Landkreis und Kalendermonat vorprozessiert.
  • Niederschlag & Prognose: DWD-Stationsmessungen (Tagessummen) und MOSMIX-10-Tage-Vorhersage.
  • Waldbrandgefahrenindex, Verdunstung: DWD Open Data.
  • Pegel: WSV/Pegelonline (stündliche Wasserstände).
  • Verwaltungsgrenzen: © GeoBasis-DE / BKG, VG250 (dl-de/by-2-0).

Alle DWD-Daten stammen aus dem offenen Datenangebot (GeoNutzV); Pflicht-Vermerk: „Datenbasis: Deutscher Wetterdienst“. Wir verwenden ausdrücklich keine Daten des UFZ-Dürremonitors; Dürreradar ist ein eigenständiges Angebot und steht in keiner Verbindung zum UFZ.

Grenzen der Methode

  • Die Landkreis-Werte sind Gebietsmittel: Einzelne Schläge können je nach Bodenart deutlich abweichen (sandige Kuppen trocknen schneller als lehmige Senken).
  • Das Modell rechnet mit einer Referenzvegetation (Gras) und Standardboden – es ersetzt keine Bodensonde, ist aber flächendeckend und täglich verfügbar.
  • Der Index misst meteorologisch-bodenkundliche Dürre, nicht wirtschaftliche Schäden; für Förderanträge kombinieren wir ihn deshalb mit den nFK-Rohwerten (PDF-Nachweis in Pro).

Aktualisierung

Bodenfeuchte, Index, Niederschlag, Prognose und Waldbrandindex werden täglich importiert, Pegel stündlich. Wichtig zur Einordnung: Bodenfeuchte und Niederschlag sind Tageswerte – der Wert eines Tages ist erst nach dessen Abschluss berechenbar. „Daten bis gestern“ ist deshalb der frischeste Stand, den es für diese Größen überhaupt gibt (bei allen Anbietern). Die Regenprognose und der Waldbrandindex gelten dagegen für heute und die kommenden Tage. Jede Seite zeigt den Stand ihrer Zahlen an – wenn ein Import ausfällt, siehst du das am Datum.