Nutzbare Feldkapazität (nFK) einfach erklärt
Stand: 2. Juni 2026
Die nutzbare Feldkapazität (nFK) ist die Wassermenge, die ein Boden speichern kann UND die Pflanzen tatsächlich nutzen können. Sie ist die wichtigste Kennzahl für Bewässerungsentscheidungen – und die Einheit, in der Dürreradar alle Bodenfeuchte-Werte angibt.
Nicht jedes Wasser im Boden ist pflanzenverfügbar: Ein Teil sickert nach Regen schnell weg (Gravitationswasser), ein Teil ist so fest an Bodenteilchen gebunden, dass Wurzeln ihn nicht lösen können (Totwasser). Die nFK ist genau das Fenster dazwischen – zwischen Feldkapazität (Boden hat sich nach Sättigung „leergetropft“) und permanentem Welkepunkt.
Typische nFK-Werte je Bodenart
Sand speichert wenig (ca. 6–10 mm pflanzenverfügbares Wasser je dm Bodentiefe), lehmiger Sand 12–16 mm/dm, Lehm und Schluff am meisten (18–22 mm/dm), Ton wieder weniger (13–16 mm/dm), weil viel Wasser im Totwasserbereich gebunden ist. Ein tiefgründiger Lehmboden mit 1 m durchwurzelbarer Tiefe hält also gut 200 mm nutzbares Wasser – ein Sandboden nur etwa 80 mm.
Deshalb bedeutet „50 % nFK“ auf Sand etwas anderes als auf Lehm: Prozentual gleich, absolut aber weniger als die Hälfte der Reserve. Sandböden kippen schneller von „noch okay“ zu „Stress“ – der Blick auf den Trend ist dort besonders wichtig.
Die Schwellen: 50 % und 30 %
Als agrarmeteorologische Faustregel gilt: Unter 50 % nFK beginnt für die meisten Kulturen der Bereich, in dem Bewässerung wirtschaftlich sinnvoll wird – die Pflanze muss spürbar mehr Energie aufwenden, um Wasser zu ziehen. Unter 30 % nFK herrscht Wasserstress: Spaltöffnungen schließen, Photosynthese und Ertragsbildung brechen ein.
Dürreradar zeigt beide Schwellen in jedem Verlaufs-Chart. Für die Beregnungsplanung zählt zusätzlich die Regenprognose: Steht ergiebiger Regen bevor, kann sich eine Gabe kurz vor der 50-%-Marke erübrigen.