Dürreradar

Beregnung in der Landwirtschaft: Wann sie sich lohnt

Stand: 10. Juni 2026

Eine Beregnungsrunde mit 25–30 mm kostet je nach Technik, Strom-/Dieselpreis und Wasserherkunft zwischen 80 und 150 Euro pro Hektar. Bei mehreren Gaben pro Saison entscheidet das Timing über vierstellige Beträge je Schlag – zu früh verschenkt Wasser und Geld, zu spät kostet Ertrag.

Der richtige Zeitpunkt

Als Orientierung: Bewässerungsbedürftige Kulturen (Kartoffeln, Zuckerrüben, Feldgemüse) sollten nicht unter 40–50 % nFK im Hauptwurzelraum fallen; Getreide toleriert kurzfristig auch 30–40 %, außer in den kritischen Phasen Schossen und Kornfüllung. Entscheidend ist der Wert im durchwurzelten Bereich, nicht nur der Oberboden: Ein trockener Oberboden nach einer Hitzewoche ist normal, solange der Gesamtboden gefüllt ist.

Zweite Zutat ist die Prognose: 20 mm angekündigter Landregen ersetzen eine komplette Gabe. Die Dürreradar-Beregnungsampel verrechnet deshalb den aktuellen nFK-Stand mit der 10-Tage-Niederschlagssumme der DWD-MOSMIX-Vorhersage – „Beregnen“, „Warten“ oder „Regen erwartet“, immer mit Begründung.

Wassermenge und Technik

Faustregel für die Gabenhöhe: 20–30 mm je Gabe auf mittleren Böden, auf Sand lieber 15–20 mm in kürzeren Abständen (mehr versickert ungenutzt), auf Lehm bis 35 mm. Verdunstungsverluste minimierst du mit Beregnung in Nacht- und Morgenstunden – bei 30 °C und Wind verdunsten mittags bis zu 30 % der Wassergabe, bevor sie den Boden erreicht.

Rechtlich gilt: Entnahmen aus Oberflächengewässern und Grundwasser brauchen eine wasserrechtliche Erlaubnis, und bei Niedrigwasser können Landkreise Entnahmen per Allgemeinverfügung stoppen – auch bestehende Rechte. Die aktuellen Verbote je Bundesland führt Dürreradar auf einer eigenen Übersicht.