Die Dürrejahre seit 2018: Was sie über die nächsten Sommer verraten
Stand: 1. Juli 2026
2018 war der Wendepunkt im deutschen Dürre-Bewusstsein: Erstmals seit Beginn der flächendeckenden Messungen war praktisch das gesamte Bundesgebiet gleichzeitig von schwerer Sommerdürre betroffen. Die Ernteausfälle summierten sich auf mehrere Milliarden Euro, der Bund zahlte erstmals seit 2003 wieder Dürrehilfen.
Entscheidend war aber, was danach kam: 2019 und 2020 blieben ebenfalls deutlich zu trocken, und die Defizite wanderten in die Tiefe. Der Oberboden erholt sich in einem nassen Winter – der tiefe Unterboden und das Grundwasser brauchten vielerorts bis Mitte der 2020er, in Teilen Ostdeutschlands noch länger.
Das Muster hinter den Dürrejahren
Meteorologisch wiederholte sich ein Muster: blockierende Hochdrucklagen, die Tiefausläufer wochenlang um Mitteleuropa herumlenken, kombiniert mit immer höherer Verdunstung durch steigende Temperaturen. Die Jahresniederschlagssummen sind in Deutschland langfristig kaum gesunken – aber ihre Verteilung hat sich verschoben: mehr Starkregen, der schnell abfließt, längere trockene Phasen dazwischen, und eine Vegetationsperiode, die früher beginnt und mehr Wasser zieht.
Für die Praxis heißt das: Nicht der Jahresniederschlag entscheidet, sondern die Bodenfeuchte zur richtigen Zeit. Genau deshalb arbeitet der Dürreradar-Index mit Kalenderperioden-Vergleichen statt mit Jahressummen.
Frühwarnzeichen lesen
Drei Signale kündigen einen Dürresommer meist Monate vorher an: ein Winter mit deutlich unterdurchschnittlichem Niederschlag (das Grundwasser wird nicht aufgefüllt), eine Bodenfeuchte, die schon im April unter das saisonale Mittel fällt, und früh fallende Flusspegel. Alle drei Indikatoren kannst du bei Dürreradar laufend beobachten – und per Alert automatisch verfolgen.